Entstehung der Vision 2018

Im Herbst 2017 jährt sich die Neu-Eröffnung des Cevi Zentrums Glockenhof zum zwanzigsten Mal. In diesen zwei Jahrzehnten wurden unzählige Ideen realisiert, Visionen entworfen und Stossrichtungen definiert und wieder verworfen. Im Winter 2018 werden wir nun einen weiteren Schritt wagen und mit der Nutzung des Ladenlokals im Erdgeschoss eine neue räumliche und strategische Ausrichtung anstreben. Doch wie kam es dazu und was soll damit genau erreicht werden? Dazu ist ein Blick in die neuere Vergangenheit unserer Vereinsgeschichte notwendig.

Nachdem unser Vereinshaus 1997 nach zweijährigem Umbau fertig gestellt worden war, waren die Erwartungen an die Arbeit des Cevi Zürich gross. Mit der Fusion des CVJM/F Zürich 1 mit dem Stadtverband der Zürcher CVJM/f-Jungscharen wurde der seit 1911 bestehende als Vereinshaus des CVJM/F Zürich 1 betriebene „Glockenhof“ zum „Cevi-Zentrum Glockenhof“. Das schon vor dem Umbau verfasste Nutzungskonzept sah „eine lebendige christliche Gemeinschaft im Herzen der Stadt Zürich vor“. Mit grossem Elan ging das Team unter dem damaligen Leiter Johannes Wey an die Arbeit, das „neue“ Vereinshaus zu beleben. Innovative Ideen wurden umgesetzt und teilweise auch schnell wieder verworfen. Aus dieser Pionierzeit sind heute noch relevante Arbeitsgebiete wie die Cevi Lernhilfe und die Armenien-Partnerschaft entstanden.

Doch im Bereich der definierten Zielgruppe gestaltete sich die Arbeit eher schwierig. Jugendliche für unsere Arbeit zu begeistern und vor allem in den Glockenhof zu bringen, war mühsam. Es zeigte sich, dass diese Zielgruppe nicht das Bedürfnis hatte, das im Nutzungskonzept vorgesehen war. So erreichte der Cevi Zürich nur immer stark punktuell einige Interessierte Nutzergruppen, zumeist aus eigenen Reihen.

Im Herbst 2005 reisten der Vorstand und die Angestellten nach Basel um die Arbeit des CVJM/CVJF Basel kennen zu lernen, besonders das damals neu geschaffene Zentrum „Eulerstrasse 9“. Mit diesem Besuch kam ein Konsolidierungsprozess ins Rollen, der über ein Jahrzehnt dauern sollte.

Kurz nach dem Besuch in Basel wurde im Vorstand entschieden, eine Vision für den Cevi Zürich zu entwickeln, welche den Rahmen für die weitere strategische Stossrichtung bieten sollte. Im Herbst 2006 wurden dann anlässlich einer Retraite des Vorstandes und der Angestellten «Träume für den Glockenhof» gesammelt und ein Jahr später wurde eine Strategiegruppe gegründet, mit dem Ziel eine Fünf-Jahres-Strategie zu definieren.

Im Laufe dieses Prozesses stellte sich auch mehrfach die Frage, ob der Cevi Zürich einen Auszug aus dem Glockenhof in Betracht ziehen sollte um Raum für weitere Entwicklung zu gewinnen. Vor allem der „Gemeinschaftszentrum-Charakter“ stand zu dieser Zeit im Vordergrund. Die Idee an der Peripherie der Stadt Zürich ein komplett neues Vereinshaus aufzubauen, wurde breit diskutiert. Raum um vielfältige Projekte zu realisieren war eines der Hauptziele in dieser Zeit.

Doch mit der laufenden Arbeit der Strategiegruppe wurde klar, dass sich ein Standortwechsel eher negativ auf die Arbeit des Cevi Zürich auswirken würde und so änderte sich die Stossrichtung auf eine klare Erhöhung der Nutzung des eigenen Vereinshauses. Die „Vision 2012“ wurde formuliert und den Mitgliedern vorgelegt. Es handelte sich dabei um ein Grobkonzept zur Umgestaltung des Vereinshauses an der Sihlstrasse 33. Die Nutzung des Hauses sollte „entflechtet“ und so bestehende Reibungspunkte zwischen der kommerziellen Nutzung und dem Betrieb als lebendiges Vereinshaus eliminiert werden. Die visualisierten Umbaupläne sahen die Schaffung eines autonomen „Cevi-Turms“ vor. Der Bereich rechts des Einganges sollte von UG (Konzertkeller), über EG (Cevi Kafi), bis in die Stöcke 3 – 6 (YMCA-Hostel) reichen.

Dieses Grob-Konzept wurde im Frühjahr 2009 von der Generalversammlung an den Vorstand zurückgewiesen und im Herbst 2009 anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung modifiziert verabschiedet. Der Vorstand erhielt den Auftrag, Alternativstrategien zu entwickeln, um die Umsetzung der Ziele der Umbauetappe 1 gemäss «Vision 2012» – Maximale Sichtbarkeit des Cevi Zürich / weitere Räume um christliche Gemeinschaft zu leben –  bald möglichst voranzubringen. Und weiter setzte sich der Vorstand des Cevi Zürich als mittelfristiges Ziel, einen oder mehrere Begegnungsräume zu schaffen, welche von aussen sichtbar sind und allen offenstehen.

Nach diesen Entscheiden und der Konsultation durch den Stiftungsrat unserer Trägerstiftung «Stiftung zum Glockenhaus» wurde klar, dass die Idee des «Cevi-Turms» als Hauptbestandteil der Vision 2012 verworfen werden musste.

Nach den Feierlichkeiten zum 125. Jubiläum des Cevi Zürich wurde eine neue Fünfjahres-Strategie durch den Vorstand und die GL definiert. Neu stand die Sichtbarkeit der Arbeit des Cevi Zürich im eigenen Vereinshaus im Vordergrund. Das Bekenntnis zum Standort Sihlstrasse 33 brachte schon 2010 das Gloggespiel als neues wichtiges Arbeitsgebiet hervor. Die Belebung des Cevi Kafis in der Adventszeit 2010 war der Grundstein für die erlebbare und empfangende Grundhaltung unserer Arbeit.

Schnell war allen Beteiligten klar, dass eine räumliche Erweiterung für den Cevi Zürich notwendig wurde. Diese Erweiterung sollte in jedem Fall mit einer erhöhten Sichtbarkeit des Cevi Zürich in seinem eigenen Vereinshaus einhergehen.

Die «Vision 2018» wurde in kürzester Zeit formuliert und stoss bei unseren Mitgliedern von Beginn weg auf grossen Anklang. Die Idee, das seit der Eröffnung des Glockenhofs bestehende und extern belegte Ladenlokal im EG, rechts des Eingangs, für unsere Arbeit zu nutzen, schien die logische Konsequenz der Arbeit der letzten Jahre zu sein.